Q&A Ordensleben

Gibt es Fragen zum Ordensleben, die dir unter den Nägeln brennen? Vielleicht ergeht es anderen ja genauso! So stelle sie doch hier auf dieser Seite, wo sie – zusammen mit der Antwort – von allen gelesen werden können.

Fragen rund ums Ordensleben

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Frage von Benedikt, 24.11.2021, 10:15: Was raten Sie mir?

Ich mache nächstes Jahr Abi und würde eigentlich gerne Mönch werden. Mein Pfarrer aber meint, dass das Ordensleben keine Zukunft mehr habe, weil die meisten Klöster immer mehr vergreisen. Dies macht mir echt große Sorgen. Mit meinem Vater habe ich die Abtei **** besucht, die mir recht gut gefallen hat. Aber mein Pfarrer riet mir ab, weil der Konvent hoffnungslos zerstritten sei. Auch sei es egoistisch, wenn junge Leute sich bei diesem akuten Priesternotstand in ein Kloster zurückziehen und nicht in ein Priesterseminar eintreten. Denn Priestertum sei Dienst am Nächsten und keine Selbstbeweihräucherung, die in den kontemplativen Klöstern praktiziert werde. Was raten Sie mir?

Antwort: Vielen Dank für Deine persönliche Frage. Die Begleitung bei der Suche nach der Berufung sollte losgelöst von eigenen Interessen sein; es geht nicht darum, Pfarrstellen zu besetzen oder Mönchszellen zu füllen, sondern darum, dass der Betreffende jenen Ort findet, zu dem hin Gott gerufen hat. Wenn Dich also Dein Herz in ein Kloster führt und Dir eine erste Begegnung mit diesem gefallen hat, würde ich mal auf diesem Weg weitergehen – ohne natürlich gutgemeinte Ratschläge wie den Hinweis auf Überalterung oder Zerwürfnisse auszuschlagen. Mit einer rosaroten Brille auf der Nase sieht man oft manche Dinge nicht, die später zu echten Problemen werden könnten. Wenn Du möchtest, kannst Du Dich auch gerne persönlich an uns wenden: info@himmels-stuermer.org. So oder so Gottes Segen auf der Suche nach Deinem Weg! / P. Thomas

Frage von Martin, 17.11.2021, 12:55:
Homosexualität unter Mönchen


Ich habe immer wieder gehört, dass in Klöstern und Priesterseminaren viele homosexuell seien. Es sollen über 50% der Ordensleute/Priester homosexuelle Neigungen haben. Ist da etwas Wahres dran? Was sind Eure Erfahrungen und wie wird heutzutage mit Homosexualität im Klosterleben umgegangen. Gibt es auch homosexuelle Seilschaften in Klöstern, die es ja auch im Vatikan geben soll?

Antwort: Eine Klostergemeinschaft ist ein Querschnitt durch die allgemeine Gesellschaft. Da gibt es Leute, die sich schnell über etwas aufregen, die künstlerisch begabt sind, die gerne Sport treiben etc. So kann es auch in Klöstern homosexuelle Mönche geben. Zahlen dazu kenne ich aber keine. Im Kloster geht es freilich darum, mit jenen Eigenschaften, die man als Mensch mitbringt, als Mönch bewusst umzugehen: Indem ich beispielsweise im Zorn nicht grad ausraste, sondern meine Emotionen im Griff zu haben versuche. So ist es auch mit den sexuellen Neigungen: In der zölibatären Lebensform verzichtet man darauf, sie auszuleben – da spielt es eigentlich keine Rolle, ob man nun auf das andere oder dasselbe Geschlecht steht. / P. Thomas

Frage von Lena, 21.09.2021, 16:50: Pendant für Frauen

Gibt es ein entsprechendes Buch auch für Frauen, die auf der Suche sind, da sich dieses an Männer richtet?

Antwort: Tatsächlich ist ein solches in Planung. Wir hatten uns lange überlegt, ob es passend ist, ein Buch nur für Männer zu schreiben. Wir kennen aber vor allem die männliche Spiritualität sowie die Situation in Männerklöstern. Ich glaube, weibliche Spiritualität ist anders, auch die Situation in Frauenklöstern ist eine andere. Wir fanden es deshalb vermessen, als Männer über Frauen zu schreiben. Ein gemeinsames Projekt mit Frauen wiederum hätte das Buch zu umfangreich gemacht. Dass nun “bald” auch ein solches für Frauen entsteht, freut uns natürlich sehr. / P. Thomas

 

Frage von Lars, 18.09.2021, 21:14: Ordenskleid

Wieso ist eigentlich das Ordenskleid vieler Orden schwarz, braun oder weiss?

Antwort: Schwarz, braun oder weiss bedeutet, dass man bewusst auf das Färben der Wolle verzichtete, sondern diese naturbelassen hielt. Schliesslich waren Farbstoffe eine teure Angelegenheit. So brachte man schon im Äussern eine Bescheidenheit zum Ausdruck, indem man sich nicht in bunte, wertvolle Tücher sowie in Schmuck hüllte. / P. Thomas